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Das ist Sportschanbara

Was ist eingentlich Sports Chanbara?

Japan 2009 (Tokyochampionship):

Sensei Hosokawa und Sensei Drexler beim Teamkampf

Was ist eigentlich Sports Chanbara?

In "The Last Samurai" musste Captain Nathan Algren, alias Tom Cruise, schmerzhaft erfahren, dass ein Schwerttraining - und das selbst dann, wenn lediglich mit einem Holzschwert, dem so genannten Bokken, gekämpft wird -, nicht ungefährlich ist. Denn Algren, der von den rebellischen Samurai gefangen genommen und in ein japanisches Dorf verschleppt wird (wo er dann den Winter verbringt), geht ein ums andere Mal schwer getroffen zu Boden. Schließlich üben hier bereits die Kinder, die stets Angriffe von feindlich gesonnenen Clans und Ninjas zu fürchten haben, stets mit vollem Einsatz ...

Doch wie hätte das Training wohl ausgesehen, wenn man in jenen kriegerischen Zeiten, in denen der Film spielt, bereits moderne Waffen(imitate) aus Schaumstoff gekannt hätte?

Tatsächlich gibt es, seit Schwertkämpfe geübt werden, auch Überlegungen, wie das Training im wahrsten Wortsinn "entschärft" werden kann. Die Kinder der Samurai und Ninjas übten daher häufig mit einfachen, geraden Stöcken. Später wurden dann Holzschwerter, die einen Griff und die leichte Krümmung einer echten Klinge nachahmen, entwickelt. Und auch das Kendo, wo mit einem Bambusschwert und in einer Rüstung gekämpft wird, stellt ja nichts weiter als einen Versuch dar, das kriegerische Erbe der Samurai und den Schwertkampf als relativ gefahrlose Kampf- und Bewegungskunst in die Moderne zu übertragen: "Wir leben im 21. Jahrhundert. Niemand rennt heute mit einem scharfen Schwert herum, und so sollten wir auch nicht riskieren, im Training, das Spaß machen soll und uns hilft, gesund zu bleiben, verletzt zu werden".

Einen anderen Weg (jedoch aus dem gleichen Gedanken heraus) geht man dagegen im Sports Chanbara, das versucht, die Schwert- und Waffenkunst Japans für uns Europäer auf einem gefahrlosen Weg zu erschließen. Daher werden gepolsterte Waffen benutzt, so dass das Training völlig ungefährlich ist und selbst für Kindergruppen in Betracht kommt. Selbst eine teure und mitunter auch hinderliche Schutzausrüstung ist überflüssig. Allenfalls tragen die Sportler (die auch in ihrem ganz normalen Dobok oder Gi trainieren können) einen leichten Gesichtsschutz.

Entwickelt wurde dieser moderne Sport von Tetsundo Tanabe, der damit versuchte, die Traditionen und das Wissen der Samurai in eine moderne und zeitgemäße Form zu "gießen" und so eine neue Generation von Schwertmeistern zu "schmieden". Vor allem in den Staaten, aber auch in Deutschland erfreut sich Sports Chanbara heute wachsender Beliebtheit und wird von Schülern über Hausfrauen bis hin zu Managern mit großer Begeisterung betrieben. Denn in der Tat werden bei dem rasanten Sport nicht nur Beweglichkeit, Kondition und Fitness, sondern auch Reaktionsvermögen, Ausdauer und Konzentration geschult: "Und das, ohne das Risiko einer Verletzung oder eines blauen Auges einzugehen".

Tatsächlich wird Sports Chanbara heute häufig in Karate- und Taekwondo-Gruppen als Zusatzprogramm angeboten oder ins Training integriert. Dennoch gibt es auch ein reguläres Sports Chanbara-Prüfungsprogramm. Dabei werden dann blau-weiße Gürtel getragen. Graduierungen werden durch Aufnäher sichtbar gemacht. Insgesamt gibt es zehn Schülergraduierungen von weiß (10. Kyu) über gelb, orange, grün, blau und lila bis zu rot 1 + 2 (4. und 3. Kyu). Der 2. und 1. Kyu ist dann braun, ehe der 1. Dan folgt.

Trainiert werden verschiedene Schläge und Blocks wie auch ein gerader Stich, der meist zum Kehlkopf geführt wird. Wobei jedoch niemals allein das körperliche Training im Vordergrund steht. Wichtig für Prüfungen sind nämlich zudem Theorie (zur Historie des Schwertkampfes) wie auch ethische und philosophische Prinzipien. So lernen bereits Kinder Grundsätze und Verhaltensregeln wie Teamarbeit und Beharrlichkeit: "Ich gebe immer mein Bestes (und das in der Schule wie auch im Training!) - ganz wie ein Samurai!"

Oberhaupt im deutschen Ableger des internationalen Verbandes, ist Oliver Drexler (5. Dan Sports Chanbara)

Spochan Deutschland Präsidium:
Oliver Drexler, Präsident
Kim Herzog, Vizepräsident
Stefan von der Au, Technischer Direktor